eSports in der Gesellschaft – Vereine drängen auf Gemeinnützigkeit

Controller der PS4 und Xbox One für eSports
Bildquelle: Pixabay / TheXomil

Der eSports hat in Deutschland seit jeher einen schwierigen Stand. Besonders in den öffentlichen Debatten um dessen Daseinsberechtigung und gesellschaftlichen Einfluss treffen meist die harten Fronten der Befürworter und Kritiker aufeinander. Daher überrascht es nicht, dass die eSports-Vereine und der eSports-Bund Deutschland (ESBD) seit bereits zwei Jahren für eine bessere öffentliche Wahrnehmung kämpfen. Das übergeordnete Ziel ist der Status der Gemeinnützigkeit, der für mehrere Vorteile sorgen würde.

Inwiefern Vereine in Deutschland als gemeinnützig gelten, wird über den Paragraf 52 der deutschen Abgabenordnung definiert. Dabei werden insgesamt 25 Kategorien aufgezählt, eSports sucht man dabei allerdings vergebens. Die Bundesregierung weigert sich bis heute, eSports als offiziellen Sport anzuerkennen, obwohl der ESBD fortwährend darauf drängt.

Gemeinnützigkeit bringt finanzielle Vorteile

Der Status der Gemeinnützigkeit würde die eSports-Vereine vor allem finanziell entlasten und ihnen vergünstigte Auflagen bescheren. Genau wie bei herkömmlichen gemeinnützigen Vereine würden Erleichterungen bei den meisten Steuergesetzen winken. So müssten die eSports-Vereinigungen weniger bis gar keine Abgaben auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse zahlen. Dabei erlaubt die Gemeinnützigkeit erst die Annahme von Spenden und das Ausstellen von Spendenbestätigungen.

Darüber hinaus ist die Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale ein wichtiger Aspekt. Diese ist mit Steuerfreiheit verknüpft, solange die Vergütungen einer Person in einem Jahr nicht 720 Euro für ein Ehrenamt und 2.400 Euro für einen Übungsleiter überschreiten.

Andere finanzielle Vorteile umfassen die Eintragung ins Vereinsregister, die kostengünstigere Überlassung von öffentlichen Räumen und Hallen sowie den Aspekt, Zuschüsse von offiziellen Kassen oder Stiftungen zu erhalten. Sollten die eSports-Vereine also den Status der Gemeinnützigkeit zugesprochen bekommen, könnten sie mit ganz anderen Grundvoraussetzungen in die Gesellschaft eingegliedert werden.

Gemeinnützigkeit wäre öffentlichkeitswirksam

Obgleich der gemeinnützige Status viele finanzielle Vorteile für die eSports-Vereine bedeuten würden, liegen viele Facetten der offiziellen Anerkennung im ideellen Bereich. Der neue Status der Gemeinnützigkeit würden ein entscheidendes Signal in alle Teile der Gesellschaft senden, dass die Regierung die Lebenswelt und vor allem die Lebensart vieler Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsene nicht nur akzeptiert, sondern diese auch als förderungswürdig ansieht.

Nicht zuletzt ist das Image für eSports-Vereine entscheidend, um selbst Kritiker für sich zu gewinnen. Daher würde der gemeinnützige Status ein solides Fundament bilden, um nachdenkliche Eltern von einer Anmeldung ihres Kindes bei einem eSports-Verein zu überzeugen.

Tradition trifft auf Digitalisierung

Der neue Status würde nicht nur den neuartigen eSports-Vereinen Vorteile einbringen, sondern auch den traditionellen Sportvereinen könnte damit geholfen werden. Nicht selten stehen diese vor großen Herausforderungen und Sorgen, wenn sie ihr Angebot um eine digitale Disziplin erweitern wollen.

Da ein gemeinnütziger Verein ausschließlich Aktivitäten anbieten darf, die entsprechend der Abgabenordnung als selbstlos eingeordnet sind, fällt eSports aus dem Raster. Wird diese gesetzliche Reglementierung nicht eingehalten, laufen die traditionellen Vereine Gefahr, die Förderung und den Status als gemeinnützige Institution zu verlieren. Damit würde auch die Rechtssicherheit abhandenkommen.

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